Maßgebliches Werkzeug zum weiteren wirtschaftlichen Betrieb alter Gebäudestrukturen ist die Definition neuer Nutzungen. Auch hierbei sind die oftmals auftretenden Probleme nicht als Hindernis, sondern als Chance für unkonventionelle Entwurfsansätze zu begreifen, diese Herangehensweise ermöglicht oft ein "Mehr" an Nutzungsmöglichkeiten auch bei geringstem Mitteleinsatz. Meistens resultieren aus den sogenannten Zwangspunkten des Bestandes die späteren Alleinstellungsmerkmale und damit ein deutlicher Imagegewinn.

So konnte zum Beispiel im Zuge eines durch die Regionale 2006 geförderten und initiierten Projektes die Unterbringung der Musikschule Solingen in einer freigewordenen Industriehalle mit geringsten Mitteln umgesetzt werden. Der industrielle Charakter blieb erhalten. Mit handelsüblichen Sektionaltoren können einzelne Funktionsbereiche wie Verwaltung und Mehrzweckraum temporär von der Haupthalle getrennt oder bei Großveranstaltungen wieder zugeschaltet werden. Bei der Nutzung der Haupthalle als Versammlungsstätte werden benötigte zusätzliche Versorgungseinheiten wie Garderoben und Toiletten als Container eingestellt, hier hilft die noch funktionstüchtige Kranbahn aus der vorherigen Nutzung.

Nach anfänglicher Skepsis bezüglich des industriellen Ambientes wird nun der Zugewinn vom Betreiber und von der Verwaltung gelobt. Die Anmeldungen der Musikschule haben deutlich zugenommen, der Mehrzweckraum ist fast überbucht, in der großen Haupthalle unterhalten sich die wartenden Eltern und spielen die Kinder vor dem Musikunterricht oder machen ihre Hausaufgaben.