Der Begriff Passivhaus beschreibt einen Energiestandard für Gebäude, bei dem der Verbrauch für Heizenergie auf ca. ein Drittel des aktuellen gesetzlich vorgeschriebenen Bedarfs (EnEV 2014) reduziert ist. Durch den Einsatz einer kontrollierten Lüftung und die damit einhergehende verbesserte Raumluftqualität entsteht ein maßgeblicher Komfortgewinn.

"Ein Passivhaus ist ein Gebäude, in welchem die thermische Behaglichkeit (ISO 7730) allein durch Nachheizen oder Nachkühlen" des Frischluftvolumens, der für ausreichende Luftqualität (DIN 1946) erforderlich ist, gewährleistet werden kann - ohne dazu zusätzliche Umluft zu verwenden". (Passivhausinstitut)

Erreicht wird die Reduktion des Energiebedarfs durch zwei maßgebliche Faktoren, die Minimierung von Wärmeverlusten einerseits sowie die Maximierung der inneren Wärmegewinne und Sonneneinstrahlung andererseits. Zusammen mit Ingenieuren, Architekten, der Industrie und dem Handwerk wurden in den letzten 10 Jahren über erste Pilotprojekte gemeinsam Baustoffe und Bauteile entwickelt, die heute in Serie hergestellt die Realisierung eines Passivhauses im Vergleich zur Erstellung nach der Energie Einsparverordnung annähernd kostenneutral ermöglichen. Maßgeblich für diesen enormen Entwicklungsschub ist hierbei sicherlich die enge und zielorientierte interdisziplinäre Zusammenarbeit, an der wir uns beteiligt haben und dies weiter tun werden.

Auch mit den von uns betreuten Bauvorhaben konnten wir aufzeigen, dass Passivhäuser heute weit mehr als ein Hobby exzentrischer Öko-Freaks sind. Dies sind Gebäude, die aufgrund der reduzierten Verbräuche und der Wertsteigerung aufgrund der Qualitätsverbesserung wesentlich wirtschaftlicher betrieben werden können. Dass solche Gebäude nicht nur technische Funktionsapparate sind, sondern ihnen ebenfalls eine Seele eingepflanzt werden kann, Raumqualitäten und Erlebniswelten entstehen, sollte für ein von Architekten geschaffenes Werk selbstverständlich sein.