Die Übertragung des zunächst im Einfamilienhausbau entwickelten Passivhausstandards auf große und sehr große Gebäude bedarf einer Anpassung der grundsätzlichen Parameter. Insbesondere das wesentlich differenziertere Behaglichkeitsempfinden der sehr heterogenen Nutzerstruktur in einem Mehrfamilienhaus ist zu berücksichtigen. Die persönlichen Komfortansprüche jedes Nutzers und die hierfür erforderliche individuelle Einstellbarkeit des Innenraumklimas werden in diesen Gebäuden zum zentralen Thema. Dieses ist für uns der maßgebliche Erfolgsfaktor- und zwar sowohl für die Erreichung der angestrebten Reduktionsziele beim Energieverbrauch als auch für die langfristige Auslastung der Gebäude, die nur mit einer hohen Nutzerzufriedenheit sicher zu stellen ist.

Die Realisierung dieses Standards auch in sehr großen Gebäuden, gerade im Zuge der Modernisierung eines Altbestandes wie z.B. dem Studentenwohnheim Burse 2.BA mit über 300 Wohnplätzen, erforderte im damaligen Ausführungszeitraum von 2002 bis 2003 von den Planern noch die Entwicklung neuer Ansätze und Fertigungstechniken. So wurden durch uns bei diesem Projekt die Fassadenkonstruktionen neu erdacht und für die Fertigung einer entsprechend großen Anzahl passivhaustauglicher Fenster neue Kooperationen initiiert.

Heute sind viele Prototypen, die in den letzten Jahren auf diese Weise entstanden sind, bereits in die Serienfertigung gegangen und handelsüblich und wesentlich kostengünstiger erhältlich.

EnOB: Forschung für Energieoptimiertes Bauen