Die Grundsätze des Passivhausstandards lassen sich auch im Nichtwohnungsbau umsetzen. Dies wurde in den letzten Jahren mit einer Vielzahl von realisierten Beispielen gelegt. Maßgebend ist hier jedoch, dass die Spezifika der jeweiligen Nutzung berücksichtigt werden.

In Verwaltungsgebäuden steht beispielsweise wegen der sehr hohen internen Wärmequellen das Kühlproblem und nicht die Reduzierung des Heizwärmebedarfs im Vordergrund. Im Zuge der Modernisierung eines kombinierten Wirtschafts- und Bürogebäudes entwickeln wir deshalb innerhalb eines Forschungsnetzwerkes rein passive Maßnahmen zur Lösung der Kühlung der Büros. Ausschließlich über die Nachtauskühlung und den Einbau von Latentwärmespeichern wird im Bauvorhaben Nordstraße ein Temperaturausgleich im Behaglichkeitsbereich sichergestellt.

Im Schulbau sind die im Vergleich zum Wohnungsbau wesentlich kürzeren und unregelmäßigeren Nutzungszeiten bei wesentlich höherer Belegungsdichte zu beachten. In unserem Projekt Schulzentrum Mitte in Nordhorn konnten wir aufzeigen, dass die benötigten Heiz- und Lüftungsanlagen bei optimierter Planung kostenneutral zur Haustechnik in einem Standardschulbau geplant werden können, hierbei jedoch die Raumluftqualität maßgebend verbessert und der Heizwärmebedarf auf 25% reduziert werden konnte.