Ressourceneffizienz

Passivhausschule im Schulzentrum Nordhorn

 
 

Die bestehende Realschule soll mit einem Erweiterungsneubau der Hauptschule zum Schulzentrum Mitte ergänzt werden. Mit dieser Fusion soll über die gemeinschaftliche Nutzung der Fach-, Versorgungs- und Verwaltungsbereiche ein optimierter Betrieb ermöglicht werden, gleichzeitig jedoch auch die Eigenständigkeit der beiden Schulformen erhalten bleiben.


Des weiteren war die Kubatur des Neubaus derart zu gliedern, dass sie sich in die umliegende sehr kleinteilige Siedlungsstruktur eingliedert. So wurde am Westrand des Grundstücks der Erweiterungsbau der Hauptschule als Ensemble von vier Baukörpern um ein Erschließungssystem gruppiert, welches die im Bestand vorhandene Hauptsachse aufnimmt und weiterführt. Diese mündet in die zentrale Eingangshalle des Neubaus. Es entsteht ein zusammenhängendes Schulzentrum mit zwei eigenständigen Polen. Die gemeinsamen Einrichtungen in den Gebäuden der ehemaligen Gastronomie und des Westflügels werden über die Querachse bzw. die Ausrichtung der Erweiterung mit einbezogen.

Qualitätssicherung bei geringem Budget wird über die Verwendung von vorgefertigten Bauteilen aus dem Industriebau, die damit einhergehende Reduzierung der Ausbaumaterialien und den gezielten optimierten Einsatz von Gebäudetechnik ermöglicht.

 
 

Projekt

Passivhausschule im
Schulzentrum Nordhorn

 
 

Themenbereich

Bilden & Lehren
Forschen & Innovation

 
 

Bauherr

Stadt Nordhorn

 
 

Aus dem Endbericht der Deutschen Bundesstiftung Umwelt: "Das Schulzentrum Nordhorn hat seine Zielwerte erreicht, sowohl der Energiebedarf als auch die Luftqualität liegt im konzipierten Bereich bzw. übertrifft sogar die Zielwerte".

 
 
 

7%

unter BKI Baukosten-Standard.

 
 
 

Die Grundtypologie der Gebäudekonstruktion entspricht hinsichtlich Materialwahl und Fügetechnik der eines Industriegebäudes mit den damit einhergehenden wirtschaftlichen Vorteilen einerseits, aber auch der Flexibilität durch einfache Fügetechnik andererseits. Der tragende Rohbau besteht aus vorgespannten Spannbeton- Hohlkörperplatten. Die hochwärmedämmende Hülle wird aus im Werk vorgefertigten Holzrahmenelementen mit fertiger Fassade und eingesetzten Fenstern komplett montiert. Die Vorfertigung reduziert die Bauzeiten erheblich und sorgt aufgrund der besseren Arbeitsbedingungen im Werk für einen deutlich höheren Ausführungsstandard. Diese verschiedenen Komponenten in der Bauausführung ließen ein sehr robustes und ressourcenschonendes Gebäude entstehen.

Die Klassenräume der Erweiterung sind in einzelnen hochwärmegedämmten Baukörpern platziert, die in ihrer Gesamtheit eine komprimierte Einheit bilden. So wird sowohl dem Wunsch nach einzelnen Häusern als auch dem Wunsch nach wirtschaftlicher Kompaktheit Rechnung getragen. Über die natürliche Belichtung und die Anordnung der Flure als Rundgang werden auch im verdichteten Dreibund Angst- und Aggressionsräume vermieden. Das Gebäude wirkt sehr offen und freundlich. Der Neubau wird in kleine familiäre Einheiten unterteilt, die sich als Lerngruppen um die zentralen Atrien gliedern. Auf diese Weise wird nicht nur eine Orientierung im Gebäude vereinfacht, sondern auch die Identifikation der Schüler mit ihren Lerngruppen gefördert, hier sind die Klassen "zu Hause".

 
 
 

Es wurde nachgewiesen, dass die CO2-Konzentration in den Klassenräumen deutlich unter dem Grenzwert von 1.500 ppm gehalten werden kann. Eine zusätzliche Fensterlüftung ist möglich, jedoch nicht erforderlich.

 
 

Eine ausreichende Lufthygiene in hoch wärmegedämmten und luftdichten Sondergebäuden, wie z. B. Schulen ist nicht mehr ausschließlich über Fensterlüftung sicher zu stellen. Hier gilt es, ressourceneffiziente, unterstützende Anlagen zu entwickeln. Sollen diese nicht kontraproduktiv zur angestrebten Energiebedarfseinsparung sein, müssen sie insbesondere hinsichtlich der notwendigen Anlagenreduzierung und der Betriebskosten optimierend geplant werden.

In diesem Zusammenhang zeichnete sich wegen der nicht ausreichend vorliegenden Erfahrungswerte eine Fehlentwicklung im Schulbau auf dem Hintergrund der EnEV ab. Heizwärmebedarfseinsparungen gingen oft zu Lasten der Raumlufthygiene und/oder der Gesamtenergiebedarf von Schulen erhöhte sich auf Grund aufwändiger Technik in den Lüftungsanlagen.

Das Schulzentrum Nordhorn war im Rahmen eines Forschungsprojektes der DBU (Deutsche Bundesstiftung Umwelt) eines der ersten Pilotprojekte, an denen der Passivhausstandard hinsichtlich der Übertragbarkeit auf Schulgebäude untersucht wurde. Die Luftmengen wurden nach AMEV Empfehlung ausgelegt und entsprechen mit 22 m³/h/Schüler den Anforderungen. Der Indikator CO2 - Konzentration bestätigt eine gute Luftqualität; 1200 ppm werden als Spitzenwert nicht überschritten. Hier konnte aufgezeigt werden wie energieeffiziente Schulgebäude ohne Einbußen in der Behaglichkeit funktionieren können.

 
 

In Kooperation mit

J. Bouws, Nordhorn