Bauen im Bestand

StudiWood Trier

 
 

Die Studierendenwohnanlage Tarforst I–III aus den späten 1970er Jahren liegt in unmittelbarer Nähe zur Universität Trier und umfasst 190 Wohnplätze. Die Gebäude sind innen, außen und energetisch sanierungsbedürftig, die vorhandenen Wohnformen teilweise nicht mehr zeitgemäß.

Die drei viergeschossigen Flachdachgebäude gruppieren sich um einen Hof. Ihre S-förmigen Grundrisse bilden ein für die Bauzeit typisches, expressives Ensemble mit zahlreichen Winkeln, Vor- und Rücksprüngen. Im Inneren verfügen sie über eine zentrale Erschließung und ein Split-Level-System. Das Studierendenwerk Trier plant, die meist beengten Wohngemeinschaften in komfortable Einzelapartments umzuwandeln.

 

 

Nach Abschluss der Maßnahme bietet die Wohnanlage "StudiWood" 194 moderne, voll möblierte Wohnplätze für Studierende.

Rund zwei Drittel davon sind barrierefreie Einzelapartments; ergänzt werden sie durch großzügige Zweier- und Dreierwohngemeinschaften, Eltern-Kind-Wohnungen sowie kleinere Einzelapartments. Die Anforderungen der Landesförderung „Junges Wohnen“ zu Barrierefreiheit und Mindestwohnflächen werden im Rahmen der Bestandsmöglichkeiten erfüllt. Die markante Gebäudeform, die im städtebaulichen Bezug zum Universitätskomplex steht, bleibt erhalten. Durch den hohen Vorfertigungsgrad wird die Bauzeit verkürzt und der temporäre Wegfall von Wohnplätzen minimiert.

 

 
 

Projekt

StudiWood, Trier
 

 
 

Themenbereich

Wohnen & Leben
 

 
 

Bauherr

Studierendenwerk Trier A.ö.R
 

 
 

In Zusammenarbeit mit

PIRMIN JUNG Deutschland GmbH

ISW Ingenieur GmbH

 

 
 
 

Mit der Sanierung entsteht ein beispielhaftes Modell nachhaltiger Bestandstransformation, das durch einen konsequent ressourcen-

schonenden planerischen Ansatz den Erhalt der architektonischen Identität mit der zukunftsorientierten Weiterentwicklung des Bestands verbindet.

 
 

Eingriffe am Gebäudevolumen

Das bestehende Bauvolumen wird stellenweise formgetreu erweitert, um Wohneinheiten neue Sanitärräume als Fertignasszellen zuordnen zu können. Zur barrierefreien vertikalen Erschließung werden in den Gebäudefugen Aufzüge in Holzschächten angebaut. Die Gebäude werden um ein zusätzliches Geschoss in Holzbauweise aufgestockt.

 

 

Bauherr und Planer verfolgen nachhaltige Ziele

Der größtmöglichen Erhalt der Rohbaustrukturen, die Erweiterung und Aufstockung mittels vorgefertigter Holzkonstruktionen sowie der Einsatz von Fertignasszellen reduzieren den CO2-Einsatz der Baumaßnahme auf ein Minimum. Die Gebäudehülle wird seriell mit vorgefertigten Holztafelelementen einschließlich Holzfassaden saniert. Verwendet werden regionale, zertifizierte Holzprodukte, um CO₂-intensive Transporte zu vermeiden. Für die Fassadenbekleidung  und im Innenausbau findet regionales Eichen-Kalamitätsholz Verwendung, welches andernfalls der Verbrennung zugeführt würde. Ergänzend werden geeignete Bestandsbauteile wiederverwendet und erneuerbare Quellen der Energieversorgung wie Geothermie und Photovoltaik genutzt.

 

 

 

 

Kalamitätsholz

Kalamitätsholz stammt aus sturz-, trockenheits- oder schädlingsbedingten Waldbeschädigungen. Kalamitäten werden durch den Klimawandel zunehmend verfügbar. Nach Sortierung, Trocknung und Normprüfung ist es konstruktiv gleichwertig zu regulärem Holz einsetzbar – inklusive als geregeltes Bauprodukt. Schädlingsfraß in der Rinde beeinträchtigt die Tragfähigkeit nicht; Trocknung entfernt Schädlinge und Reste zuverlässig. Regionale Verfügbarkeit fördert kurze Transportwege und Ressourcenschonung. Zurückbleibende Spuren und Verfärbungen erzeugen eine einzigartige, sichtbare Textur. 

 

Vor diesem Hintergrund nutzen wir beim Projekt StudiWood in Trier Eichen-Kalamitätsholz sowohl als sichtbares Fassadenmaterial als auch im Innenraum. Dies optimiert den Umbau ressourcenschonend und setzt gestalterisch auf die vorhandenen Materialeigenheiten. Damit bekennen wir uns zu einer Nachhaltigkeit, die auf der sinnvollen Nutzung regionaler Vorräte beruht.

 

 

 
 
 
 
 

Kalamitätsholz

sinnvoll nutzen.