Ressourceneffizienz

Studentisches Wohnen Lodyweg Hannover

 
 

Die Lage des Grundstücks am Rande des Georgengartens der bekannten "Herrenhäuser Gärten" ist überaus charmant, zumal von hier aus sämtliche Fakultäten fußläufig erreichbar sind.


Im Vordergrund der städtebaulichen Grundidee stand daher die Erhaltung des Park- bzw. Gartencharakters des Grundstücks. Allein die sensible Einbindung in den englischen Landschaftsgarten ermöglichte die Baugenehmigung an diesem Ort Hannovers ohne ausgewiesenes Baurecht.

Auf dem Areal des Studentenwerks Hannover standen bisher vier studentische Wohnhäuser aus den 50er-Jahren. Zwei der Bestandsbauten waren erhaltenswürdig und wurden umfassend modernisiert, die anderen beiden waren aufgrund ihres maroden Bauzustands zu ersetzen.

Es wurden zwei 3-geschossige Neubauten geplant, deren Obergeschosse dem studentischen Wohnen dienen und deren Erdgeschosszonen zur Unterbringung der Verwaltung des Studentenwerks wie auch für studentische Arbeitsplätze genutzt werden. Insgesamt sind in den Neubauten 80 studentische Wohnplätze entstanden, 64 Einzelapartments von ca. 20 m² und 4 Vierzimmerapartments von ca. 96 m².

 
 

Projekt

Studentisches Wohnen
Lodyweg Hannover

 
 

Themenbereich

Wohnen & Leben
Arbeiten & Verwalten

 
 

Bauherr

Studentenwerk Hannover

 
 

65.000

Euro/Wohnplatz
(Gesamtkosten brutto)

 
 
 
 
 
 

Die Erschließung der Neubauten erfolgt über einen mittig liegenden Hof. Jeweils zwei Häuser werden über eine gemeinsame offene Treppenanlage erschlossen. Die offene Treppenstruktur ermöglicht sowohl eine selbstverständliche Verbindung mit dem Grünraum als auch eine große Privatheit der Obergeschosse. Durch die versetzte Anordnung aller Baukörper zueinander entstehen vielfältige Durchwegungsmöglichkeiten und Sichtbeziehungen innerhalb des Ensembles.

Alle Gebäude basieren auf einem klar strukturierten und durchgehenden Gebäuderaster, dass sich an der Größe der Einzelapartments in den Obergeschossen orientiert. Durch eine spiegelbildliche Anordnung der einzelnen Wohneinheiten entstehen im vorhandenen Flurbereich kleine aufgeweitete Vorzonen, von denen aus die Apartments jeweils erschlossen werden. Die ohnehin schon durch das Versetzen der Baukörper kurzen Flurbereiche werden so noch zusätzlich zoniert. Die aus den Obergeschossen entwickelte Gebäudestruktur setzt sich im Erdgeschoss fort. Aufgrund der Gebäudetiefe wird sowohl für die studentischen Arbeitsplätze als auch für die Büros der Verwaltung eine Mittelzone mit sämtlichen erforderlichen Servicebereichen und Nebenräumen ausgebildet. Die gut belichteten Flächen entlang der Fassade bleiben so vollständig für hochwertige Nutzungen freigehalten. Gleichzeitig bietet jedes Erdgeschoss sehr flexible Grundrissmöglichkeiten an. In den beiden, umfassend modernisierten Bestandsgebäuden stehen heute 56 Wohnplätze, davon insgesamt 19 barrierefrei bzw. rollstuhlgerecht zur Verfügung.

Die Neubauten orientieren sich mit ihrer Kubatur an den Bestandsbauten und erreichen einen - dem Passivhausstandard angenäherten - KfW 40 Standard. Darüber hinaus wurde Gesamtliegenschaft aus Neu- und Umbauten als Energieverbund an das Fernwärmenetz der benachbarten Müllverbrennungsanlage mit Kraftwärmekopplung angeschlossen.

 
 

Verwandte Bereiche

Bauen im Bestand

 
 

Eine Veränderung der Raumstruktur, etwa das Zusammenlegen mehrerer Einheiten, lässt sich dank der Ausführung sämtlicher Wohnungstrennwände in Leichtbauweise problemlos bewerkstelligen.

 
 
 
 
 
 

Die Neubauten wurden vom Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung des Landes Niedersachsen gefördert, um bezahlbares Wohnen in Ballungsräumen für Haushalte mit kleinen Einkommen zu erleichtern und den Mietwohnungsbestand qualitativ zu verbessern. Die Apartments am Lodyweg können bei Bedarf auch anderen Bevölkerungsgruppen angeboten werden, wie zum Beispiel älteren Menschen, Alleinlebenden jeden Alters oder Wohngruppen.