Wohnbebauung Marienberger Straße, Rosenheim

In einem städtebaulichen Entwicklungsprozess im Umfeld der Hochschule Rosenheim fallen privatwirtschaftliches, örtliches Engagement und öffentliche Interessen der Stadtgesellschaft auf idealtypische Weise zusammen. Auf einer ca. 1,4 Hektar großen Gewerbefläche wurde eine vorhandene Nutzung eines metallverarbeitenden Betriebes aufgegeben. Zur Umwidmung des Gebietes gab es im Rahmen des sog. „Rosenheimer Modells“ eine Vereinbarung zwischen der Stadt und einem Investor dahingehend, dass – nach Kauf der Gesamtfläche durch den privaten Investor - eine Teilfläche von ca. 5.000 m² an die Stadt Rosenheim veräußert wurde.
Auf diesem Grundstück baute die GRWS - Gesellschaft für Städtebau und Stadtentwicklung mbH 2021/2022 für die Stadt Rosenheim eine Wohnanlage mit 40 Wohnungen und 68 Appartements sowie eine Tiefgarage.
Die Entscheidung für den Entwurf der beiden Projekte fiel im Zuge eines Wettbewerbs für das Gesamtgrundstück.
Gemeinsam mit dem angrenzenden Campus RO liegt das gesamte Areal in unmittelbarer Nähe zur Hochschule und muss mangels stadträumlicher Bezüge seine Qualität als Wohn- und Lebensraum aus sich selbst heraus entwickeln. Ein besonderes Augenmerk liegt in der sinnvollen Vernetzung zwischen dem städtischen Wohnen im Norden und dem studentischen Wohnen auf dem Campus RO im Süden des Wettbewerbsareals. Es entsteht ein städtebaulich vielfältiges und abwechslungsreiches Quartier.
Durch die gemeinsame Entwicklung von Marienbergerstraße und Campus RO konnte vor allem die notwendige Erschließungsstruktur des Gebietes auf eine kurze, gemeinsam genutzte Stichstraße reduziert werden.
Wohnbebauung Marienbergerstraße, Rosenheim
Wohnen & Leben
Stadt Rosenheim
Die Wohnanlage wurde mit Mitteln des "Kommunalen Wohnraumförderungsprogramms – KommWFP" gefördert.
Die viergeschossigen Häuser 4 bis 5 beinhalten 68 gleich große Microapartments im KfW 40+ Standard, die zur Vermietung an Klinikpersonal vorgesehen sind. Die gesamte Wohnanlage ist barrierefrei zugänglich und jede Wohneinheit verfügt über einen großzügigen Balkon. Erschlossen werden die beiden Gebäude über einen offenen Laubengang, der ebenfalls als Kommunikationszone dient.
Ein Teil des Eigenstrombedarfs wird über die mit einem Gründach kombinierte PV-Anlage gedeckt. Die Wärmeversorgung des gesamten Quartiers erfolgt über die Fernwärme der Stadt Rosenheim.
Im westlichen Teil des Areals wurden zudem 40 geförderte Wohnungen gebaut, untergebracht in drei Häusern mit jeweils drei bis fünf Geschossen. Diese wurden in monolithischer Bauweise im KfW 55 Standard umgesetzt.
Verbunden werden die Häuser über die gemeinsamen begrünten Innenhöfe, welche als Treffpunkte für die Bewohner dienen und einen Spielplatz für die Kinder der Anlage bieten. So entstanden auf dem vormals zu 100 % versiegelten Grundstück zahlreiche kühlende Grünflächen mit Rasen, Bäumen und Sträuchern.
Regenwasser wird sowohl über die begrünten Dachflächen, die begrünten Hofbereiche, aber auch über unterirdische Rigolen mit Versickerungsmöglichkeit möglichst lange auf dem Grundstück gehalten. Die städtische Kanalisation wird somit bei Starkregenereignissen vor straken Zuläufen geschützt.